Europa Konsumbarometer 2015 - Freizeit und Reisen

Pressemitteilung, 21. April 2015, Europa Konsumbarometer 2015

Reiselust der Europäer ungebremst

  • Reisen und Freizeit auf Platz eins der Kaufabsichten
  • Deutsche besonders reisefreudig
  • Beliebter Ausgabenposten in jeder Altersgruppe


Aktivitäten im Bereich Reisen und Freizeit belegen erneut den ersten Platz bei den Kaufabsichten der Europäer. Mit 60 Prozent ist die Reiselust der Deutschen überdurchschnittlich stark ausgeprägt (Europa: 54 %). Damit führen sie bei den geplanten Ausgaben für Reisen und Freizeit. Dies bestätigt das Europa Konsumbarometer 2015, eine repräsentative Verbraucherbefragung im Auftrag der Commerz Finanz GmbH. „Die Mehrheit der Europäer konsumiert, um sich ab und zu etwas zu gönnen“, erklärt Dr. Anja Wenk, Bereichsleiterin Vertriebsmanagement. „Reisen und Freizeitaktivitäten sind dabei von besonders großer Relevanz. Sie sind für die Europäer nicht nur eine Möglichkeit, ihren Alltag zu meistern, sondern ihm auch gelegentlich zu entfliehen.“

Europäer im Reisefieber
Ausgaben für Reisen und Freizeit sind nach wie vor der beliebteste Posten im Haushaltsbudget der Europäer. Mit 54 Prozent und einem deutlichen Vorsprung belegt der Spitzenreiter erneut den ersten Platz bei den Kaufabsichten – vor Ausgaben für Hausumbau und Renovierungen (37 %) und Elektrohaushaltsartikeln (36 %). Über die Hälfte der europäischen Verbraucher plant, in diesem Jahr in Reisen- und Freizeitaktivitäten zu investieren. Überdurchschnittlich viele Deutsche wünschen sich Abwechslung vom Alltag: Etwa zwei Drittel der deutschen Konsumenten (60 %) haben 2015 vor, Geld für Reisen auszugeben. Gegenüber dem Vorjahr sind die Ausgabeabsichten der Deutschen leicht gesunken (minus drei Prozentpunkte).
 
Platz eins in jeder Altersgruppe
Auf der Liste der Kaufabsichten sind Ausgaben für Reisen und Freizeit in jedem Alter der wichtigste Posten der Europäer. Doch es gibt Unterschiede. Besonders 18- bis 30-Jährige und über 60-Jährige gönnen sich häufiger eine Auszeit. Für etwa zwei Drittel der jüngeren (60 %) und über die Hälfte der älteren Europäer (56 %) spielt das Reisen eine wichtige Rolle. Bei den 31- bis 45-Jährigen bestätigen dies 55 Prozent. Knapp jeder zweite 46- bis 60-Jährige (47 %) plant, 2015 Geld für Freizeitaktivitäten auszugeben.



Konsum in Europa: 2009-2014 – fünf Jahre der Veränderung

Europas Verbraucher konsumieren wieder stärker
2015 erholt sich der Konsum in Europa. In neun von zwölf Ländern überwiegen die Ausgabenpläne die Sparabsichten. Bei den europäischen Verbrauchern steigt die Stimmung. So beurteilen sie die allgemeine Situation ihres Landes und ihre persönliche Situation positiver als im Vorjahr. Gleichzeitig sind die Folgen der Krise für Europas Verbraucher noch deutlich spürbar. 73 Prozent sehen sich in ihrer Kaufkraft eingeschränkt. Mehr als jeder zweite Europäer empfindet seine finanzielle Situation schwieriger als vor fünf Jahren. 52 Prozent der Konsumenten geben an, weniger als vor fünf Jahren zu kaufen. Auch die Zahl an Spontankäufen nimmt deutlich ab, 56 Prozent haben ihre Impulskäufe reduziert. Die Konsumenten vergleichen die Preise stärker (83 %) und warten auf spezielle Angebote (79 %). Insgesamt nimmt der Konsum in seiner Bedeutung als sozialer Marker und Identitätsmerkmal ab. Er ist nun vielmehr ein Mittel zur Steigerung des persönlichen Wohlergehens.

Neue Konsumpraktiken
Die Mehrheit der Europäer (73 %) greift beim Kauf häufiger als vor fünf Jahren auf das Internet und mobile Technologien zurück. Der Konsument ist insgesamt reifer geworden. Fast jeder dritte Verbraucher (62 %) ist überzeugt, dass sich seine Art des Kaufens in den vergangenen fünf Jahren weiterentwickelt hat. Nicht nur der Preis entscheidet, sondern auch die Qualität der Produkte gewinnt an Relevanz. Die Verbraucher achten stärker auf Herkunft und Zusammensetzung der Ware. Gleichzeitig gewinnt der Secondhand-Markt an Bedeutung. Mehr als jeder vierte Europäer (27 %) gibt an, verstärkt auf gebrauchte Artikel zurückzugreifen. Das Leihen oder der Tausch von Geräten ist im Vergleich nicht so beliebt. Weniger als einer von zehn Verbrauchern nutzt diese Option.
Als Hauptmotiv für Online-Käufe, Gebrauchtkäufe und kollaborative Konsumpraktiken werden in erster Linie finanzielle Gründe angeführt. Jedem dritten Europäer würde ein größeres Serviceangebot im Internet (32 %) und eine persönliche Betreuung vor Ort (28 %) das Einkaufen erleichtern. Rund die Hälfte der Verbraucher wünscht sich verlängerte Öffnungszeiten an Sonntagen, abends oder früh am Morgen (49 %). Deutsche Verbraucher sind mit dem Konsumangebot weitestgehend zufrieden. Trotz der Krise assoziieren sie Konsum mit Vergnügen (89 %).

Mehr Zeit im Netz, weniger in den Geschäften
Die Studienergebnisse zeigen, dass heute mehr Zeit in Käufe investiert wird als vor fünf Jahren. Dies ist vor allem auf das Internet zurückzuführen. Jeder Zweite recherchiert noch ausgiebiger vor dem Kauf. Die im stationären Handel verbrachte Zeit nimmt dagegen weiter ab. Knapp zwei von fünf Europäern geben an, weniger Zeit in Geschäften zu verbringen (37 %). Dr. Susanne Wigger-Spintig, Professorin an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München, erklärt: „Das Stöbern in Online-Shops hat sich zu einer Art digitaler Freizeitbeschäftigung entwickelt. Hersteller und Händler vermarkten nicht mehr nur ihre Produkte, sondern auch dazugehörige Hintergrundinformationen. Mit steigendem Konsumbewusstsein gehen demzufolge auch zeitlich intensivere Such- und Bewertungsprozesse einher.“ Der Preis und besondere Angebote wie Schnäppchen oder Rabattverkäufe beschleunigen die Kaufentscheidung. Das Warten auf besondere Angebote und der Wunsch, die richtige Kaufentscheidung zu treffen, verlangsamen dagegen den Prozess. Obwohl sich die Verbraucher mehr Zeit für den Einkauf nehmen, möchte die Mehrheit ihre Käufe so schnell wie möglich abschließen. Dies gilt sowohl im Internet (50 %) als auch im Geschäft (61 %). Besonders beim „Click & Collect“ und bei Neukäufen im Internet steht für die Konsumenten der Zeitgewinn im Vordergrund. Über 40 Prozent der Europäer nutzen diese Optionen für einen schnellen und einfachen Einkauf.

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Über die Studie:
Das Europa Konsumbarometer wird jährlich von der Commerz Finanz GmbH herausgegeben. Traditionell befasst sich die Studie mit dem Verbraucherverhalten in Europa sowie den Entwicklungen und Trends in verschiedenen Konsumgüterbranchen. Alle Untersuchungen und Prognosen wurden im November 2014 in Zusammenarbeit mit dem internationalen Marktforschungsunternehmen BIPE auf Basis einer Internetumfrage realisiert.
Die aktuelle Ausgabe richtet den Fokus auf die Auswirkungen der Krise seit 2009 und wie sich parallel dazu die Konsummuster der Europäer verändert haben. Zentrale Studienfrage: Welche Rolle spielt der Faktor Zeit beim Einkaufen? Die Verbraucher wurden nach der Bedeutung des Konsums und ihren Kaufgewohnheiten in den vergangenen fünf Jahren befragt. Einschätzungen der Konsumenten zu neuen Praktiken wie kollaborativer Konsum oder „Click & Collect“ sowie zu Serviceleistungen im stationären und onlinebasierten Handel runden die Studienergebnisse ab.

Die Studie basiert auf einer repräsentativen Befragung von mehr als 8.700 Europäern (über 18 Jahre) in den zwölf teilnehmenden Ländern: Belgien (BE), Deutschland (DE), Frankreich (FR), Großbritannien (GB), Italien (IT), Polen (PL), Portugal (PT), Rumänien (RO), Slowakei (SK), Spanien (ES), Tschechische Republik (CZ) und Ungarn (HU).

Das Europa Konsumbarometer 2015 kann über www.markt-studie.de erworben werden.


Über die Commerz Finanz GmbH:
Die Commerz Finanz GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der BNP Paribas Personal Finance S.A. und der Commerzbank AG. Im Unternehmensfokus steht die Vergabe von Konsumentenkrediten, insbesondere die Absatzfinanzierung im stationären Handel sowie im E-Commerce. Das Produktportfolio umfasst Ratenkredite, Kartenprodukte mit Verfügungsrahmen und endfällige Kredite. Vertriebspartner sind Handelsunternehmen jeder Größe, Banken und Versicherungen. Die Commerz Finanz GmbH vereint die langjährige Erfahrung und Tradition ihrer Anteilseigner mit Innovationskraft und Flexibilität.


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