Automobilbarometer 2026: Das Auto ist gesetzt. Der Kauf nicht. Wie Europas Automarkt wieder in Schwung kommt.
Hohe Preise halten viele Verbraucher:innen vom Autokauf ab. Aus ihrer Sicht müssen vor allem die Hersteller handeln, um den Markt wieder in Schwung zu bringen. Das zeigt die aktuelle Studie des Consors Finanz „Automobilbarometer 2026“.
26. März 2026
Ein eigenes Auto bleibt weltweit für die meisten Menschen unverzichtbar – doch beim Neuwagenkauf ziehen viele die Handbremse. Der Hauptgrund: zu hohe Preise. Laut dem Automobilbarometer 2026 von Consors Finanz halten neun von zehn Konsument:innen weltweit die Anschaffungskosten für Autos für zu hoch.
Besonders kritisch fällt die Bewertung in Deutschland aus: Nur 49 Prozent der Befragten sind mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis zufrieden – deutlich weniger als im weltweiten Durchschnitt (62 Prozent). Besonders zufrieden zeigen sich chinesische Käufer:innen: 89 Prozent bewerten dort das Preis-Leistungs-Verhältnis positiv.
Hersteller in der Pflicht: einfacher, günstiger, innovativer
Die Studie, an der rund 16.000 Personen aus 13 Ländern teilnahmen, zeigt zudem: Die Konsument:innen sehen vor allem die Hersteller in der Verantwortung, den Neuwagenkauf anzukurbeln – zum Beispiel über niedrigere Margen oder einfachere Modelle. An zweiter Stelle folgt der Staat – über Preisregulierung oder Kaufanreize. Der Autohandel wird als dritter Akteur genannt.
Konkret priorisieren in Deutschland:
- 44 Prozent einfachere, dafür günstigere Fahrzeuge
- 35 Prozent innovativere Autos zum gleichen Preis
- 21 Prozent optimierte Verkaufsprozesse


„Die hohen und zuletzt stetig gestiegenen Preise hält die Mehrheit der Käufer:innen für nicht mehr gerechtfertigt“, bestätigt Bernd Brauer, Head of Mobility bei Consors Finanz. „Wenn die Hersteller das Vertrauen ihrer deutschen Kundschaft nicht verlieren wollen, müssen sie gegensteuern.“
E-Auto- und Hybridfahrer:innen zufriedener mit Preis-Leistung
Die europäische Autobranche steht in ihren Heimatmärkten unter großem Druck. Insbesondere chinesische Anbieter machen den hiesigen Autobauern mit ihren vergleichsweise günstigen und gut ausgestatteten Elektrofahrzeugen zunehmend Konkurrenz. Der entstandene Wettbewerb scheint sich für die Käufer:innen positiv auszuwirken: Die Studie zeigt, dass in Deutschland insbesondere Besitzer:innen von E-Auto- und Hybridfahrzeugen grundsätzlich zufriedener mit dem Gegenwert ihres Fahrzeugs sind.
Durch das Angebot aus China sind die hiesige und die europäische Autoindustrie wachgerüttelt worden. Die Effizienzsteigerungen, die E-Autos allein in den vergangenen fünf Jahren erreicht haben, sind beachtlich. Wenn nun auch das Preisniveau passt und der Staat dabei unterstützend eingreift, könnte die Gesamtnachfrage weiter anziehen.
Bernd Brauer, Head of Mobility bei Consors Finanz
Autohandel bleibt Schlüsselakteur beim Absatz
Um mehr Autokäufer:innen zu gewinnen und zu überzeugen, spielt auch der Autohandel nach wie vor eine große Rolle. Trotz wachsender Offenheit für den Online-Kauf bleibt der Handel ein zentraler Faktor im Entscheidungsprozess. Weltweit genießt der Händler – insbesondere bei jüngeren Generationen – ein positives Image. 7 von 10 aller befragten Verbraucher:innen vertrauen darauf, dass Händler ihre Bedürfnisse verstehen, kompetent beraten und passende Finanzierungsangebote unterbreiten.
Das Gesamtpaket muss stimmen
Um sowohl den schwächelnden Absatz wieder anzukurbeln als auch den neuen Mitbewerbern die Stirn zu bieten, müssen sich Industrie, Handel und Gesetzgeber anschauen, was sich die Verbraucher:innen leisten können und wollen. Das Preis-Innovations-Verhältnis muss stimmen.
Bernd Brauer, Head of Mobility bei Consors Finanz
Roundtable-Event von Consors Finanz
Am 15. April 2026 lädt Consors Finanz zu einem digitalen Studien-Roundtable ein, bei dem Expert:innen die aktuellen Ergebnisse der Studie und mögliche Lösungen für die Autobranche diskutieren. Zur Anmeldung.


Weitere Informationen
Über die Studie
Die Verbraucherstudie wurde vom 30. Juni bis 11. Juli 2025 durch Harris Interactive in 13 Ländern durchgeführt: Belgien, China, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Niederlande, Polen, Portugal, Spanien, Türkei, Vereinigtes Königreich und die Vereinigten Staaten. Insgesamt wurden rund 16.000 Personen im Alter ab 18 Jahren befragt (Online-Befragung über CAWI). Diese Personen wurden aus einer repräsentativen nationalen Stichprobe des jeweiligen Landes ausgewählt.
