• Cars: An impossible divorce?

    Automobilbarometer 2021 - International

Sinn in der Krise: Corona und die Verkehrswende

Fortschritte bei der Elektromobilität, staatliche Umweltregulierungen und das stärkere Bewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher für Klimaschutz: All das hat bereits in den vergangenen Jahren eine Verkehrswende in Gang gesetzt. Auch während der Corona-Krise setzt sich dieser Trend fort: Alte Nutzungsgewohnheiten werden weiter infrage gestellt, und umweltfreundliche Alternativen rücken deutlicher in das Blickfeld der Konsumentinnen und Konsumenten.

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Es ist noch nicht allzu lange her, da war das Verhältnis zum eigenen Auto von Prestige und Leidenschaft geprägt. Heute hingegen hat das Auto seine Stellung als Statussymbol in weiten Kreisen der Bevölkerung eingebüßt: Die Nutzung wird wichtiger als der Besitz.

Die Verkehrswende – im Bewusstsein der Verbraucher angekommen?!
Mit den diesjährigen Studienergebnissen zeigt Consors Finanz, dass sich auch während der Corona-Krise das Bewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher für gesellschaftlichen Wandel und damit auch für eine Verkehrswende weltweit weiter geschärft hat. Intensive Diskussionen über eine Umverteilung des öffentlichen Raums, sanftere Mobilitätsnutzung und eine Vernetzung verschiedener Mobilitätsformen haben bereits begonnen.

Doch für knapp die Hälfte der Befragten gibt es aktuell noch keine wirkliche Alternative für das eigene Auto. Zudem vermittelt es in Zeiten großer Unsicherheit einem großen Teil der Befragten Schutz.

Elektromotilität – Gewinner in der Krise
Vor allem während der Corona-Krise sind umweltfreundliche Antriebsarten in das Blickfeld der Verbraucherinnen und Verbraucher gerückt. Elektroautos und Hybridfahrzeuge sind Krisengewinner der Branche.

Von einem Marktdurchbruch lässt sich aber noch nicht sprechen. Ein Grund liegt in der nicht vorhandenen Kaufkraft. Für viele sind umweltfreundlichere Autos aktuell zu teuer in der Anschaffung. Hier ist staatliche Förderung ausdrücklich erwünscht.

Wie es um die Beziehung der Konsumenten zum Auto steht, welchen Stellenwert Elektromobilität und Umweltschutz haben, welchen finanziellen Hürden die Befragten gegenüberstehen und was sie von der Politik erwarten, lesen Sie in unserer Studie.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre und viele interessante Erkenntnisse.

Gerd Hornbergs
CEO Consors Finanz

Der Markt für Neufahrzeuge ist 2020 weltweit eingebrochen, die Kaufabsichten der Verbraucherinnen und Verbraucher für die nächsten Monate stimmen nicht optimisitisch. Zudem steht die Automobilbranche hinsichtlich Anforderungen an den Umweltschutz und den Erwartungen durch die Konsumentinnen und Konsumenten unter Druck.

Markt für Neufahrzeuge in 2020 eingebrochen

  • Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise haben die Automobilindustrie stark getroffen.
  • Die Pandemie wirkt sich nicht nur auf den Absatz, sondern auch auf die Produktion aus. 
  • Die Folgen sind schwerwiegend, mit starken Produktionsrückgängen in einigen Ländern, insbesondere in Deutschland und Spanien.


Kaufabsichten für die nächsten 12 Monate

  • Die Kaufabsichten stimmen nicht optimistisch.
  • In allen Ländern, bis auf China, erkennen wir einen Rückgang.
  • Europa -20 Prozent, weltweit -22 Prozent.
  • Deutschland verzeichnet einen noch stärkeren Rückgang von -32 Prozent.

Die Autobranche steht in vielerlei Hinsicht unter Druck

Kritik an ihrer Umweltverantwortung

  • Aus Sicht der Befragten, übernimmt die Autoindustrie nicht ausreichend Umweltverantwortung.
  • 72 Prozent weltweit und 69 Prozent in Europa sind der Meinung, dass die Kritik an der Autoindustrie wegen Umweltmängeln berechtigt ist.
  • Deutschland liegt mit 55 Prozent unter dem Durchschnitt.

Der Umweltgedanke

  • Klare Forderung der Befragten: Einschränkungen bei zu hohen CO2 Werten.
  • Neben einer höheren Besteuerungen sind 2 Forderungen für die Branche entscheidend:
  • 80 Prozent fordern eine Beschränkung  bei zu hohen CO2-Werten --> Deutschland liegt mit  77 Prozent knapp unter dem Durchschnitt.
  • Zudem fordern über die Hälfte der Befragten Fahrverbote in den Städten --> Deutschland liegt mit 59 Prozent über dem Durchschnitt.

Das Auto wird mehr und mehr aus dem Stadtbild verschwinden

  • Die Forderung nach einer Wende im innerstädtischen Verkehr wird deutlich.
  • Deutschland: 70 Prozent finden es wünschenswert, den Platz für Autos zu reduzieren. Damit liegen sie über den Durchschnittswerten von Europa und weltweit.

Das Verhältnis zum eigenen Auto ist immer weniger von Leidenschaft geprägt. Es verliert seine Bedeutung als Statussymbol. Zudem zeichnet sich bereits seit Längerem ab, dass Autofahrer mehr Wert darauflegen, ein Fahrzeug nutzen zu können, als es tatsächlich zu besitzen.

Die Zuneigung zum Auto ist noch da -

Die emotionale Bindung geht jedoch zurück

  • Der Stellenwert des Autos ist in den letzten Jahren zurückgegangen.
  • Die starke emotionale Bindung aus den vergangenen Jahren weicht der praktischen Nutzung.
  • In Ländern, wo das Auto erst in den letzten Jahren einen höheren Stellenwert erreicht hat, ist die Bindung noch höher.

  • 52 Prozent weltweit spüren eine Zuneigung zum Auto.
  • Aber das Interesse an sich, ist eher von Vernunft, als von Leidenschaft geprägt.
  • Nur 25 Prozent weltweit, Deutschland etwas mehr mit 27 Prozent, lieben ihr Auto.
  • Die Befragung hat zudem gezeigt, dass Haushalte mit hohem Einkommen doppelt so häufig Autoliebhaber sind, als Haushalte mit niedrigem Einkommen.

Auto verliert Bedeutung als Statussymbol -

Wende beim Image

  • Im Hinblick auf die emotionale Bedeutung ist das Auto europa- und weltweit auf Platz 3 nach Heim und Smartphone gefallen.
  • In Deutschland war das Auto 2017 noch auf Platz 1. Die Verbundenheit zum Auto ist von 7,1 in 2017 auf 6,1 Punkte in 2020 gesunken. Damit liegt es auch hier hinter dem Heim (8,0) und dem Smartphone (6,3)

Aber noch können sie nicht ohne …

  • 56 Prozent der befragten Europäer und 55 Prozent weltweit sagen, sie können nicht ohne Auto leben.
  • Deutschland: auch hier gilt diese Aussage für 55 Prozent der Befragten. Sie liegen im Durchschnitt von Europa und weltweit.
  • Jedoch die Nutzung kommt vor dem Besitz. Bereits im Automobilbarometer 2017 sagten 80 Prozent der Befragten, dass sie auf den Besitz eines eigenen Autos verzichten können, aber nur 17 Prozent bzw. 16 Prozent auf dessen Nutzung.

Vor allem In der Krise Bedeutet es Schutz

  • Gerade in Zeiten großer Unsicherheit vermittelt das Auto für 76 Prozent der Befragten weltweit Schutz.
  • Für 46 Prozent hat sich dieses Gefühl seit der Corona-Pandemie verstärkt.
  • Deutschland: Hier sehen nur 65 Prozent der Befragten das Auto als Schutz. Das liegt deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt.

Von der Leidenschaft zum Praktischen Nutzen

  • Die Autonutzung ist vor allem von Pragmatismus geprägt.
  • Wenn Autofahrer an ihrem Fahrzeug hängen, dann vor allem aus praktischen Gründen.
  • Emotionale Bindungen stehen nicht im Vordergrund.

Das Auto – hauptsächliche Nutzung für …

  • Überwiegend für praktische Fahrten – Arbeit, Einkaufen, Transport der Kinder.
  • Deutschland liegt mit 83 Prozent im Durchschnitt.
  • Für die Zukunft ist ebenso zu bedenken, dass verstärktes Homeoffice künftig auch einen Einfluss auf die Nutzung und die Nutzungshäufigkeit haben kann.

Der Status, den das Auto genießt, wird in Frage gestellt. Dieser Wandel ist besonders in den Städten zu beobachten. Die Verbraucherinnen und Verbraucher begrüßen dort den Ausbau nachhaltiger Mobilität zulasten des innerstädtischen Autoverkehrs. Sie halten Maßnahmen, den städtischen Autoverkehr zu reduzieren, für notwendig.

Die Pandemie hat zugleich die Trendwende zur Elektromobilität forciert. Doch nicht jeder der will, kann sich einen sauberen Antrieb leisten. Durch Corona haben viele Verbraucher ein knapperes Budget.

Wende beim innerstädtischen Verkehr

Mehr Platz für alternative Mobilität

  • Alte Nutzungsgewohnheiten werden weiter in Frage gestellt, und umweltfreundliche Alternativen rücken deutlicher in das Blickfeld der Konsumentinnen und Konsumenten.
  • Dieser Wandel ist besonders in den Städten zu beobachten.
  • 76 Prozent der Deutschen und 82 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher weltweit begrüßen den Ausbau nachhaltiger Mobilität zulasten des innerstädtischen Autoverkehrs.

 

Die Wende zeigt sich auch in Umweltzonen und Fahrverboten

  • In Deutschland ist die Anzahl zwischen 2019 und 2020 konstant bei einem hohen Wert von 87 geblieben.
  • Sieht man sich die anderen Länder an, ist dies nach Italien der höchste Wert.

  • Die Kennzahlen sind sehr aussagekräftig. 40 % mehr Umweltzonen zwischen 2011 und 2020.
  • In europäischen Großstädten gibt es bereits über 250 Umweltzonen.
  • Hinzu kommen geplante Verbote für Benzin- und Dieselautos. Erst kürzlich hat Großbritannien die Einführung auf 2030 vorverlegt.

Verkehrsbeschränkungen in Städten wichtig, aber auch zu häufig

  • Befragte sehen Notwendigkeit für Verkehrsbeschränkungen – sie sind sowohl unerlässlich wie auch effektiv und nützlich.
  • Sie werden aber aktuell auch als ausreichend und auch teilweise als zu viel angesehen.
  • Die deutschen Befragten sind hier eher noch zurückhaltend.

Elektroauto – Lösung aller Probleme?

  • Betrachtet man nur die vollelektrischen Autos, so werden sie von der Mehrheit der Menschen als ideale Lösung für eine Vielzahl von Umweltproblemen angesehen.
  • Genannt werden vor allem die Themen Luftverschmutzung, Lärmbelästigung und globale Erwärmung.
  • Deutschland liegt mit 73 Prozent, 77 Prozent und 59 Prozent unter dem europäischen und weltweiten Durchschnitt.

Vorzeichen Wachstum - Autos mit alternativem Antrieb

  • Im Jahr 2019 begann der Absatz von Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen signifikante Werte zu erreichen.
  • In 2020 erleben wir exponentielles Wachstum auch in Deutschland.

Kaufabsichten nach Antriebsart und Einkommen

  • Fast die Hälfte der Befragten gibt an, dass ihr nächstes Auto ein Hybrid- oder Elektroauto sein wird - ein positives Signal für die Automobilbranche.
  • Elektro: Kaufabsichten liegen noch unter den Kaufabsichten von Benzin.
  • Hybrid: Kaufabsichten liegen in Europa über den Kaufabsichten von Benzin, weltweit liegen sie knapp darunter.

  • Eine genaue Analyse zeigt signifikante Unterschiede zwischen den Einkommensgruppen.
  • Befragte mit höherem Einkommen bevorzugen den Kauf von Hybrid und Elektro. Die hohen Kosten sind in dieser Einkommensklasse weniger hinderlich.
  • Benzin ist immer noch die bevorzugte Wahl bei mittlerem und niedrigerem Einkommen. Die höheren Kosten von Elektro- und Hybridfahrzeugen sind immer noch ein großes Kaufhindernis.
  • 28 Prozent der Befragten mit niedrigerem Einkommen würden sogar auf Elektro- oder Hybridauto verzichten - ein Kompromisse beim Autokauf.

Eine Frage des Budgets – Verzicht auf …

  • Um das Fahrzeugbudget zu reduzieren, treffen die Verbraucher ihre Entscheidungen auf der Grundlage zahlreicher Kriterien: Fahrzeuggröße, Kauf eines Gebrauchtwagens, die Wahl einer weniger prestigeträchtigen oder preisgünstigen Marke.
  • Die Reihenfolge dieser Kriterien ist je nach Einkommen unterschiedlich.

Elektrisch: die Zukunft des Autofahrens

  • Die Pandemie hat die Trendwende zur Elektromobilität forciert. Krisenbedingt sind die Autoneuzulassungen zurückgegangen.
  • Elektro und Hybrid waren die Krisengewinner.
  • Bereits jeder vierte Neuwagen in Deutschland hatte einen alternativen Antrieb, nicht zuletzt dank staatlicher Unterstützung.
  • Auch wenn Deutschland sich zurückhaltend äußert, 73 Prozent in Europa, 77 Prozent weltweit sehen in Elektroautos die Zukunft der Automobilindustrie.