Consors Finanz Studie: Autokauf nicht ohne meinen Händler

Der stationäre Autohandel bleibt Dreh- und Angelpunkt beim Kauf – trotz wachsender Online-Bereitschaft. Vor allem die Beratung wird von den Kund:innen geschätzt – über alle Generationen hinweg. Das zeigt die aktuelle Studie von Consors Finanz „Automobilbarometer 2026“.

München, 19.05.2026

Während europäische Autobauer unter Druck stehen, belegt das Consors Finanz Automobilbarometer 2026: Der Händler bleibt gefragt. Knapp 70 Prozent der deutschen Verbraucher:innen attestieren dem stationären Autohandel ein gutes Image. Überraschend stark fällt das Vertrauen bei der jungen Generation aus: Bei deutschen 18- bis 29-Jährigen sind es 73 Prozent.

Großes Vertrauen in die Beratung

Der größte Mehrwert der Händler liegt aus Sicht der Verbraucher:innen in der persönlichen Beratung. Sieben von zehn der befragten Deutschen vertrauen darauf, dass der Händler ihre Bedürfnisse versteht und darauf eingeht. Fast ebenso viele sind überzeugt, dass die Händler passende Finanzierungsmöglichkeiten vermitteln können. 68 Prozent schätzen die Möglichkeit, mit einem echten Gegenüber persönlich über Preise zu verhandeln. Die Ergebnisse unterscheiden sich kaum zwischen den Generationen. Auch bei den 18- bis 29-jährigen Befragten in Deutschland fühlen sich 70 Prozent als Kaufinteressent:in gut vom Händler abgeholt und verstanden.

„Verbraucher:innen machen es deutlich: Vertrauen in den Händler ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Autoverkauf“, sagt Bernd Brauer, Head of Mobility bei Consors Finanz. Diese Erkenntnis teilen auch die Hersteller. „Mehrere Autohersteller haben sich jüngst wieder von dem Agenturmodell verabschiedet und sind zum klassischen Händlermodell zurückgekehrt.“

Digital und real clever kombinieren

Dennoch hinterlässt die Digitalisierung ihre Spuren. 60 Prozent der deutschen Verbraucher:innen können sich mittlerweile vorstellen, den Autokauf komplett online abzuwickeln, weltweit sind es lediglich 49 Prozent. Wer diesem Modell skeptisch gegenübersteht, sieht vor allem die erschwerte Möglichkeit zu Probefahrten, die Sorge vor versteckten Mängeln sowie mangelndes Vertrauen in den Online-Verkäufer.

„Die Autobranche darf Online-Services rund um den Autokauf nicht vernachlässigen. Der Königsweg wird darin liegen, die digitale Welt geschickt mit den Stärken des stationären Handels zu verknüpfen“, sagt Bernd Brauer. „Das gute Kaufgefühl muss der Handel vermitteln. Die durchschnittlichen Kund:innen kommen nur 1,3-mal ins Autohaus, um ihre Kaufentscheidung zu festigen. Das heißt, sie sind im Wesentlichen voll informiert oder nutzen andere Services und Wege, die wir ihnen gemeinschaftlich anbieten müssen.“

Neue Servicemodelle mit großem Potenzial

Die Studie zeigt auch: Verbraucher:innen sind offen für neue Angebotsformate. 77 Prozent der befragten Deutschen glauben, dass sich aus der digitalen Welt bekannte Abomodelle in den Handel integrieren lassen – etwa als Wartungs- oder Reparatur-Abos. 72 Prozent wären an Rückkauf- oder Wiederverkaufsservices interessiert, 71 Prozent an Ersatzwagenservices.

„In der Einbindung von Leistungen, die aus der digitalen Welt bekannt sind, lassen sich neue Einkommensquellen generieren“, meint Bernd Brauer. „Was die Finanzierung angeht, so verfolgt Consors Finanz schon lange den Weg, möglichst einfache und schnelle Online-Prozesse für Händler und ihre Kundschaft zu entwickeln.“ Sowohl Autokredit als auch Autoleasing lassen sich mittlerweile komplett über digitale Antragstrecken beantragen und abschließen.

Grafik zu: Autovertrieb der Zukunft: Warum Händler unverzichtbar bleiben.Grafik zu: Autovertrieb der Zukunft: Warum Händler unverzichtbar bleiben.

Über die Studie 

Die Verbraucherstudie wurde vom 30. Juni bis 11. Juli 2025 durch Harris Interactive in 13 Ländern durchgeführt: Belgien, China, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Niederlande, Polen, Portugal, Spanien, Türkei, Vereinigtes Königreich und die Vereinigten Staaten. Insgesamt wurden rund 16.000 Personen im Alter ab 18 Jahren befragt (Online-Befragung über CAWI). Diese Personen wurden aus einer repräsentativen nationalen Stichprobe des jeweiligen Landes ausgewählt.