E-Autos heben die Messlatte: Deutsche wollen mehr als nur einen guten Preis
Auf dem deutschen Automarkt geht es nicht allein um den Preis: Für 35 Prozent der Deutschen sind anspruchsvollere, besser ausgestattete Neuwagen ein wichtiger Hebel, um die Nachfrage zu beleben. Das zeigt die Automobilbarometer Studie von Consors Finanz. Treiber dieser höheren Erwartungshaltung ist vor allem die E-Mobilität: E-Auto- und Hybridbesitzer:innen legen besonders großen Wert auf Design und Ausstattung. Sie lassen sich von Fahrzeugen im Straßenbild inspirieren.
München, 06. August 2026
Die europäische Autobranche steht weiter mächtig unter Druck. Vor allem die asiatische Konkurrenz punktet im wachsenden E-Automarkt mit Kostenvorteilen und technologischer Stärke. Das verändert auch das Anspruchsdenken der Deutschen: Viele der aktuell aufgerufenen Autopreise werden als nicht gerechtfertigt empfunden.
Nur knapp die Hälfte der Befragten ist mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis zufrieden. Infolgedessen ist für mehr als ein Drittel nicht der niedrigere Preis, sondern ein attraktiveres Angebot zum gleichen Preis ein möglicher Weg aus der Krise.
Ästhetik gewinnt an Bedeutung
Die Studie zeigt: Der Preis des neuen Wagens ist und bleibt bei den Deutschen grundsätzlich das wichtigste Kaufkriterium. Gleichzeitig achten sieben von zehn der Befragten auch auf die Optik – Ästhetik und Design spielen eine zentrale Rolle bei der Kaufentscheidung. Das gilt insbesondere für E- und Hybridwagenfahrer:innen: In dieser Zielgruppe legen sogar 80 Prozent großen Wert auf Form, Farbe und Linienführung. Auffälligerweise sind Befragte mit batteriebetriebenen Wagen zugleich zufriedener mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis ihres Autos als diejenigen, die Verbrenner fahren (61 Prozent zu 49 Prozent).
„Offensichtlich schaffen es E-Autos, neuen Spaß am Fahren zu wecken“, sagt Bernd Brauer, Head of Mobility bei Consors Finanz. „Ein E-Auto fühlt sich ganz anders an. Technologische und optische Innovation und das Gefühl, nachhaltiger unterwegs zu sein, scheinen zu einer höheren Zufriedenheit bei Besitzer:innen zu führen.“


Inspiration von der Straße
Für den möglichen nächsten Autokauf lassen sich die Fahrer:innen gerne durch andere Modelle im Straßenbild inspirieren (59 Prozent). Das gilt besonders für E-Auto-Fahrer:innen: 62 Prozent bekommen so Lust auf ein neues Auto – deutlich mehr als der Durchschnitt.
„Autokäufer:innen lassen sich nach wie vor gerne verführen. Insbesondere die Optik kann das Interesse wecken. Wenn dann auch der Preis und die Qualität stimmen, kann das den Verkaufserfolg für Hersteller und Autohäuser deutlich erhöhen“, sagt Bernd Brauer.
Wenn nicht der Preis, dann die Technik
Was den Punkt Innovation angeht, ein Feld, auf dem asiatische Anbieter punkten, ist den Deutschen vor allem die Ausstattung (72 Prozent) eines Wagens nach wie vor besonders wichtig. Die Motorleistung hat für 63 Prozent einen entscheidenden Einfluss auf die Kaufentscheidung. Das gilt besonders für Elektro- und Hybridautobesitzer:innen mit 71 Prozent.
„Hier zeigt sich, dass Deutschland eine Autonation ist“, resümiert Bernd Brauer. „Die Menschen halten das Preisniveau zwar insgesamt für zu hoch. Dennoch sind das Auto und Autofahren nach wie vor sehr eng mit Gefühl, Komfort und Fortschritt durch Technik verbunden.“ Hersteller und Handel müssen sich weiter neu erfinden, um diesen Erwartungshaltungen gerecht zu werden.


Weitere Informationen
- Meldung: Consors Finanz Studie: Autokauf nicht ohne meinen Händler
- Meldung: Roundtable zur Zukunft des Automarkts: „Technologischen Fortschritt, Kundenerlebnis und Preis-Leistungs-Verhältnis zusammen denken“
- Meldung: Consors Finanz Studie: Autokäufer:innen fordern Kurswechsel bei Preisen
- Meldung: Automobilbarometer 2026: Das Auto ist gesetzt. Der Kauf nicht. Wie Europas Automarkt wieder in Schwung kommt.
- Vollständige Studie in Englisch
- Zur Aufzeichnung des Studien-Roundtables
- Grafiken
Über die Studie
Die Verbraucherstudie wurde vom 30. Juni bis 11. Juli 2025 durch Harris Interactive in 13 Ländern durchgeführt: Belgien, China, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Niederlande, Polen, Portugal, Spanien, Türkei, Vereinigtes Königreich und die Vereinigten Staaten. Insgesamt wurden rund 16.000 Personen im Alter ab 18 Jahren befragt (Online-Befragung über CAWI). Diese Personen wurden aus einer repräsentativen nationalen Stichprobe des jeweiligen Landes ausgewählt.
